ADLARIS.

Ratgeber · Für Makler

Objektvideo aus Fotos: Was ein KI-Video kann und wo es aufhört

Fotos am Abend, Film am Morgen. Was dabei herauskommt, was es kostet, und woran es scheitert.

Symbolbild · Visualisierung mit KI

Aus Objektfotos lässt sich per KI ein Video erstellen, in dem die Kamera durch die Räume fährt. Es ersetzt keinen Dreh, aber es gibt jedem Objekt ein Video für Reels und Exposé, zu einem Bruchteil des Preises. Das Ergebnis hängt an der Qualität der Fotos, an der Musiklizenz und an der Kennzeichnung mit dem Vermerk „Visualisierung mit KI“.

Beispielobjekt, fiktiv · vollständig KI-generiert · mit Ton

Bringt ein Video überhaupt mehr Anfragen?

Ehrlich: Für den deutschsprachigen Raum gibt es dazu keine belastbare Zahl. Die Zahlen, die auf Anbieterseiten kursieren, "403 Prozent mehr Anfragen" und ähnliche, konnte ich an keiner Primärquelle festmachen. Belegt ist aus den USA eine Umfrage von Rocket Mortgage unter 800 Käufern aus dem Jahr 2022: 60 Prozent würden nach nur einer virtuellen Besichtigung kaufen, 63 Prozent finden virtuelle Touren aussagekräftig. Und belegt ist, was jeder sieht: Auf Instagram und TikTok läuft Video, und ein Inserat ohne Bewegtbild hat dort keinen Platz.

Ich würde die Entscheidung nicht an einer Statistik aufhängen, sondern an der Frage, wo Ihre Interessenten sind. Wenn sie auf den Portalen suchen, reicht ein gutes Exposé mit Grundriss. Wenn Sie Reichweite auf Social Media aufbauen wollen, kommen Sie um Video nicht herum.

Wie entsteht ein Video aus Fotos?

Die KI bekommt ein Foto und erzeugt daraus eine kurze Kamerafahrt: Sie bewegt sich in den Raum hinein, schwenkt zum Fenster, zieht zurück. Aus acht bis zwölf Fotos werden acht bis zwölf Szenen, die geschnitten, mit Logo, Farben und Musik versehen und in zwei Formaten ausgegeben werden: Hochformat für Reels, Querformat für das Exposé. Das Video oben auf dieser Seite ist so entstanden, allerdings aus KI-erzeugten Fotos eines fiktiven Hauses, deshalb die Kennzeichnung "vollständig KI-generiert". Bei Kundenvideos sind die Fotos echt, nur die Bewegung ist errechnet.

Woran scheitert es am häufigsten?

An den Fotos. Das ist die wichtigste Erfahrung aus den ersten Videos: Bilder, die per WhatsApp geschickt wurden, kommen mit 848 mal 478 Bildpunkten an. Das Kameraoriginal hat das Vierfache. Die KI kann aus einem kleinen, verwaschenen Bild keine scharfe Kamerafahrt machen, sie macht eine verwaschene. Seitdem gilt bei uns: Fotos als Datei, nicht als Nachricht. Ein Ordnerlink oder eine E-Mail mit Anhängen, und das Video sieht aus wie das Objekt.

Zweite Grenze: Die KI erfindet, was sie nicht sieht. Fährt die Kamera um eine Ecke, hinter der im Foto nichts war, denkt sie sich etwas aus. Deshalb sind unsere Fahrten kurz und bleiben im Bild. Was nicht fotografiert wurde, kommt nicht ins Video.

Dritte Grenze: Menschen. Wer Personen auf den Fotos hat, muss sie vorher entfernen oder unkenntlich machen, in Österreich nach § 78 Urheberrechtsgesetz und der DSGVO. Bei uns gehört das zu den Auftragsregeln, Fotos mit Personen gehen zurück.

Welche Musik darf ich verwenden?

Nicht die aus der App. Die Wirtschaftskammer Kärnten hat es im November 2025 klar beschrieben: Die Musikbibliotheken von Instagram und TikTok sind nur für private Nutzung lizenziert, Geschäftskonten haben nur die Meta Sound Collection, und für Werbevideos braucht es das Synchronisationsrecht, das die AKM nicht vergibt. Abmahnungen gegen gewerbliche Konten nehmen zu, und eine Ausnahme für 15 Sekunden gibt es nicht. Wir verwenden deshalb Musik, die ohne Rechtevorbehalt freigegeben ist (CC0), und hören jeden Titel vorher selbst an, ob er im fertigen Video trägt. Sie bekommen das Video mit Musik, die Sie posten können.

Was kostet ein Objektvideo?

Ein Videograf berechnet in Deutschland nach veröffentlichten Preislisten zwischen 267 Euro für ein kurzes Reel und 667 bis 999 Euro für einen längeren Film, zuzüglich Drohne. Für Österreich habe ich keine veröffentlichte Preisliste gefunden. KI-Videos aus Fotos kosten bei deutschen Anbietern 99 bis 149 Euro je nach Länge. Bei uns kostet das Objektvideo aus Ihren Fotos 149 Euro, in beiden Formaten, mit Ihrem Logo und lizenzierter Musik. Für ein Objekt über einer Million mit Garten und Pool würde ich trotzdem den Videografen buchen. Für die fünfzehn Wohnungen im Jahr, bei denen sich das nie gerechnet hat, ist das KI-Video die erste Möglichkeit, überhaupt eines zu haben.

Preise ohne Umsatzsteuer gemäß Kleinunternehmerregelung.

Wie kennzeichne ich es?

Mit dem Vermerk „Visualisierung mit KI“, im Bild, am Anfang und nach jeder Unterbrechung. Das verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung seit August 2026 für Videos, die KI-verändert sind und echt wirken. Bei unseren Videos ist die Einblendung schon drin. Die Einzelheiten stehen im Artikel KI-Kennzeichnung.

Wie probieren Sie es aus?

Mit den Fotos des nächsten Objekts, als Datei, bei Tageslicht aufgenommen, jeder Raum aus der Türecke. Was wir daraus machen und was es kostet, steht auf der Seite für Makler.

Patrick Suen

Patrick Suen, Gründer von ADLARIS in Eltendorf, Burgenland. Richtet KI in Maklerbüros und Hausverwaltungen ein und betreut sie danach. Zeichnet Grundrisse aus Handskizzen und baut Objektvideos aus Fotos selbst, bevor Kunden sie bekommen.

Stand 19. Oktober 2026. Beim Schreiben haben KI-Werkzeuge geholfen, Inhalt und Aussagen hat Patrick Suen geprüft und verantwortet. Fehler gefunden? info@adlaris.com